Veranstaltungsreihe „75 Jahre Befreiung Wuppertals vom Nationalsozialismus“ startet am 6.3.2020

Der Start der Veranstaltungsreihe ist gleichzeitig der Beginn der Spendenverdopplungsaktion für unsere historisch-politische Geschichtsarbeit, für unsere aktuelle Veranstaltungen in diesem Gedenkjahr und für das Buch und die mobile Ausstellung zur Wuppertaler Gestapo.

Wir sind sehr dankbar, dass die Bethe-Stiftung erneut unsere Geschichts- und Erinnerungsarbeit mit einer Spendenverdopplungsaktion unterstützt. Ab dem 4. März 2020 werden Spenden, die mit dem Vermerk „Spendenverdopplung“ auf unser Konto eingehen, im Zeitraum von drei Monaten verdoppelt.

(Kontoverbindung: Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal e.V. DE31 3305 0000 0000 9718 53, Stichwort Spendenverdopplung)

Der Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal e.V. verantwortlich u.a. für das Gedenkbuch Wuppertal-Projekt (www.gedenkbuch-wuppertal.de) und für das Denkmal der Namen im Deweerthschen Garten, organisiert im Rahmen seiner historisch-politischen Bildungsarbeit nun im 20. Jahr Begegnungen mit ZeitzeugInnen, mit Überlebenden der Shoah und mit ehemaligen KämpferInnen der europäischen Widerstandsbewegungen.

Das Ende der Zeitzeugenschaft rückt immer näher, nur noch sehr wenige Menschen, die den Nationalsozialismus als WiderstandskämpferInnen, ZwangsarbeiterInnen oder KZ-Gefangene überlebt haben, stehen für (Jugend) Begegnungen und für die heutige historisch-politische Bildungsarbeit zur Verfügung. Die historisch-politische Bildungsarbeit zur NS-Geschichte wird sich auf die Zeit ohne ZeitzeugInnen vorbereiten müssen. Umso wichtiger ist es, jetzt noch die Zeit zu nutzen!

1. Auch 2020 führen wir mit anderen KooperationspartnerInnen verschiedene Gedenkveranstaltungen durch. Am 6. März 2020, zum 77. Jahrestag der Deportation der Wuppertaler Sinti und Roma vom Klingholzberg nach Auschwitz, organisieren wir im 5. Jahr eine Gedenkfeier mit Konzert im Jugendzentrum Heinrich Böll Straße 136. Am 8. März 2020, am 75. Jahrestag der Hinrichtung des jüdischen Widerstandskämpfers Richard Barmé aus Wuppertal-Küllenhahn, fahren wir mit Angehörigen Wuppertaler und niederländischer NS-Opfer zu einer Gedenkveranstaltung an der Waalsdorpervlakte (bei Scheveningen). Am 15. März 2020 veranstalten wir zum 75. Jahrestag des Burgholz-Massakers eine Gedenkwanderung im Burgholz.

2. Am 17. April 2020 jährt sich die Befreiung Wuppertals durch Truppen der US-Army. Unser Geschichtsverein bereitet für den 17. April 2020 ein umfangreiches Programm vor. Eingeladen sind WiderstandskämpferInnen und NS-Verfolgte aus den USA, Großbritannien, Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Darüber hinaus möchten wir Angehörige der ermordeten Wuppertaler WiderstandskämpferInnen z.B. Angehörige von Bernhard Letterhaus, Oswald Laufer, Helmut Hesse und Alfons Kaps zur Gedenkfeier einladen.

Am Vormittag werden wir mit einem Reisebus und unseren Ehrengästen die vergessenen und unberücksichtigten Orte des NS-Terrors und verschiedene Erinnerungsorte in Wuppertal aufsuchen.

Um 15:00 Uhr beginnen wir im Großzelt im Deweerthschen Garten am Denkmal für die Wuppertaler NS-Opfer des Nationalsozialismus unser Befreiungsfest.

- Grußwort: Ursula Schulz, Bürgermeisterin der Stadt Wuppertal

- Leonid Goldberg, Vorsitzender jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal

- Adriano Paßquali, Sohn des Holocaust-Überlebenden Karl Paßquali (angefragt)

- Hilde Vivijs, Tochter des belgischen Widerstandskämpfers Louis Vivijs aus der Widerstandsgruppe De Zwarte Hand

- Grußworte und Redebeiträge der Delegationen und Gäste aus den Niederlanden, Frankreich und Belgien

Musikprogramm:

- Roger Moreno Rathgeb, Musiker und Komponist des
  Requiem für Auschwitz

- Roswita Dasch und Stavros Anestopoulos

- Konzert mit Esther Bejarano und Microphone Mafia

- Gemeinsames Gedenken am Mahnmal für die Wuppertaler NS-Opfer

Wir haben für den 17. April 2020 – erneut - die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano zusammen mit der Band Microphone Mafia für ein Konzert am Wuppertaler Befreiungstag vor dem Mahnmal für die Wuppertaler NS-Opfer gewinnen können.

Esther Bejarano tourt noch mit 95 Jahren zusammen mit ihrem Sohn Yoram und der Kölner Hiphop-Band durch Deutschland. Die Holocaust-Überlebende spielte im Mädchenorchester von Auschwitz Akkordeon. Ihre Eltern und ihre Schwester wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Sie lebt heute in Hamburg. Seit langem engagiert sie sich gegen Rechtsextremismus und Neonazis, sowohl als Ehrenvorsitzende des Auschwitz-Komitees, der VVN-BdA als auch als Sängerin der Band „Microphone Mafia“.

3. Das weitere zentrale Projekt für 2020 ist unser Buch- und Ausstellungsprojekt: „Überwachung, Verfolgung, Mord. Die Gestapoaußenstelle Wuppertal 1933-1945“. Wir bereiten zurzeit die Herausgabe einer Fallstudie über die Wuppertaler Gestapo, der zentralen Kontroll- und Verfolgungsinstanz im NS-Regime, vor. Im Dezember 2020 soll der dritte Band unserer Buchreihe „Bildungsmaterial zur Wuppertaler Polizei- und Widerstandsgeschichte“ erscheinen. 2015 und 2018 veröffentlichten wir Bücher über die regionalen Endphasenverbrechen (Burgholz/Wenzelnberg) und über die Verfolgung der Außenseiter und sozialen Minderheiten durch die lokale Kriminalpolizei während des Nationalsozialismus. Ebenfalls im Dezember 2020 wird der zweite Teil unser mobilen Ausstellung zur Wuppertaler Polizeigeschichte 1933-1945 entstehen. Erarbeitet werden Tafeln zur Wuppertaler Gestapo.