Last Chance – Einsatzgruppen-Mörder bestrafen!

Last Chance – Einsatzgruppen-Mörder bestrafen!

“I fully support your aim. It is never too late to disturb the sleep of these ugly murderers.”

(Eldad Kisch, Ramat Hasharon, Israel.)

Heute am 28.11.2016 bestätigte der BGH das Urteil gegen den SS-Mann Oskar Gröning wegen Beihilfe zum Mord. Damit ist der Weg frei, auch die noch lebenden Täter aus den vier Einsatzgruppen schnellstmöglich zur Verantwortung zu ziehen!

Unser Offener Brief wird zurzeit von 60 Persönlichkeiten aus dem Inland- und Ausland unterstützt, darunter sind auch Holocaust-Überlebende und Widerstandskämpfer aus Belgien, Litauen, Israel und Deutschland.

Den Tätern auf der Spur

Offener Brief an die deutsche Justiz

Wir, eine Reisegruppe aus Wuppertal, Dortmund und Witten, wenden uns heute aus der ukrainischen Stadt Dnipropetrowsk an die Öffentlichkeit und an die deutsche Justiz.Im Mittelpunkt unserer Reise stehen die Massenverbrechen der Einsatzgruppe C in Babij Jar/ Kiew und in Dnipropetrowsk. Auch in Dnipropetrowsk wurden etwa 12.000 Juden von Einsatzkommandos, Ordnungspolizei und ukrainischer Hilfspolizei zusammengetrieben und ermordet.

Unter den Mördern aus den Einsatzgruppen waren mindestens 13 Polizisten und SS-Männer aus dem Bergischen Land.Am 12. November ist der fast vergessene 75. Jahrestag der Ermordung von 800 Insassen der psychatrischen Anstalt im ukrainischen Igren durch das Einsatzkommando 6 der Einsatzgruppe C.

Wir werden am Montag an dem Denkmal in Igren (heute ein Teil von Dnipropetrowsk bzw. Dnipro) an die Ermordeten erinnern und verbinden das Gedenken mit der Forderung, endlich alle noch lebenden Mitglieder der Einsatzgruppen juristisch wegen Mordes bzw. wegen Beihilfe zum Mord zu belangen.Bereits im Oktober 2014 hat Efraim Zuroff vom Simon-Wiesenthal-Zentrum dem Justizministerium 80 Namen von Mitgliedern der Einsatzgruppen präsentiert und die deutsche Justiz aufgefordert, die Täter zu finden und wegen Mordes bzw. Beihilfe zum Mord vor Gericht zu stellen.

Etwa 3.000 Kriminal- und Gestapobeamte, SS-Leute, Waffen SSler und Ordnungspolizisten fungierten seit dem 20. Juni 1941 als Einsatzgruppen A, B, C und D und folgten den Truppen der Wehrmacht und Waffen SS. Nach den eigenen Angaben der Mörder ermordeten diese 3.000 Männer als mobile Killertruppe mindestens 500.000 Juden, Rotarmisten, Kommunisten, Sinti und Roma und Patienten psychiatrischer Anstalten durch Massenerschießungen und Gaswagen.

Hintergrund der Forderung ist die „neue Rechtsauffassung“ nach dem Demjanuk-Urteil, die u.a. zur Verurteilung des in Auschwitz eingesetzten SS-Wachmanns Reinhold Hanning  und zu neuen Ermittlungsverfahren wegen der NS-Verbrechen u.a. in Majdanek, Stutthof geführt hat und auch eine (neue) Verfolgung und Verurteilung der Massenmörder aus den Einsatzgruppen und Polizei-Bataillonen möglich macht, wenn man denn (noch lebende) Tatverdächtige recherchieren kann.

Die Einsatzgruppen gehören zu jenen Einheiten, die nur zu dem Zweck aufgestellt worden sind, Morde zu begehen. Deswegen könnten deren Mitglieder wegen Beihilfe zum Mord verurteilt werden, selbst wenn ihnen die Beteiligung an einer konkreten Tat nicht nachgewiesen werden kann.

Seit Mai 2016 wissen wir durch einen Artikel im britischen Telegraph, dass die Zentrale Stelle in Ludwigsburg nach Auswertung der Liste des Simon-Wiesenthal-Zentrums noch 8 lebende Mitglieder der Einsatzgruppen erfasst hat. Ermittlungsverfahren gegen die Acht sind aber nicht eingeleitet worden.

 

Das muss sich schnellstens ändern!

 

Wir fordern die sofortige Aufnahme der Ermittlungsverfahren gegen die acht Verdächtigen und darüber hinaus die Ausweitung der Ermittlungen auf alle Archive und Polizeipräsidien.

Besonders letztere verwahren nach wie vor Personalakten von (lebenden) Polizisten, die noch in der NS-Zeit eingesetzt waren. Insbesondere in den Personalakten, wie der Fall des Wuppertaler Kriminalbeamten Wilhelm Ober beweist, sind Einsatzzeiten bei den Einsatzgruppen dokumentiert, die für eine Strafverfolgung zentral sind. Darüber hinaus sind Abkommandierungen und Listen weiterer Einsatzgruppen-Mitglieder zu finden.

(Zu den Besonderheiten des Aktenzugangs in Wuppertal siehe http://www.njuuz.de/beitrag30544.html)

Wir fordern die Aufnahme von Ermittlungsverfahren gegen die Mitglieder der Einsatzgruppen und die lückenlose Herausgabe der Personalakten von NS-belasteten Polizisten!Wir rufen zur Unterstützung unserer Forderungen auf!

 

Mail bitte an: info@wuppertaler-widerstand.de

Lieselotte Bhatia Stephan Stracke

www.wuppertaler-widerstand.de

ErstunterzeichnerInnen:

Beate Klarsfeld, Paris

Esther Bejarano, Vorsitzende Auschwitz-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e.V.

Bernard Fenerberg, Widerstandskämpfer, Brüssel, Belgien

Dr. Jehuda Riemer, Kibbutz Urim, Israel

Alice Michalowski, Bruxelles

Eldad Kisch, Ramat Hasharon, Israel

Hanan Kisch, Kiryat Ono, Israel

Max van den Berg, Comité van Waakzaamheid, Amsterdam

Fania Brancovskaja, jüdische Partisanin, Vilnius, Litauen

Alex Kuflik, Petit fils de 2 grand-peres et neuveu de nombreux oncles et tantes deportes, Jerusalem ISRAEL

Dr. Hans Coppi, Vorsitzender der Berliner VVN – BdA e.V.

Dr. Ulrich Schneider, Generalsekretär der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten

Simonetta Gilioli, Istoreco Reggio Emilia

Alessandra Fontanesi, Istoreco Reggio Emilia

Matthias Durchfeld, Istoreco Reggio Emilia

Prof. Dr. Heinz Sünker, Rudolf-Carnap-Senior-Research-Professur, Universität Wuppertal

Dogan Akhanli, Schriftsteller, Köln

Ulrich Klan, Wuppertal

Gerd-Peter Zielezinski, Wuppertal

Dr. Wolfgang Proske, Gerstetten

Andreas Bialas, MdL NRW

Josef Neumann, MdL NRW

Dietmar Bell, MdL NRW

Harald Thome, Dozent für Arbeitslosen- und Sozialrecht, Wuppertal

Jan Sudhoff, Bildungsreferent für politische Bildung, Wuppertal

Prof. Dr. Ahlrich Meyer, Oldenburg

Ulrike Düwel, IG Metall Wuppertal

Arbeitskreis Regionalgeschichte e. V. aus Neustadt am Rübenberge, Region Hannover

Ruth Yael Tutzinger, Wuppertal

Jan Hertogen, Soziologe, Belgien

Jean Giot, Namur, Belgien

Prof. Dr. Manfred Brusten, Wuppertal

Mark Tykwer, Wuppertal

Cornelia Siebeck, Historikerin

Prof. Dr. Charles Coutelle, London

Helga Coutelle, London

Thomas Birg, IG Metall Bildungs- und Konferenzzentrum Sprockhövel

Horst Sassin, Solingen

Ingolf Seidel, Redakteur „Lernen aus der Geschichte“, Berlin.

Thomas Schmidt, Sprecher VVN-BdA Kreisvereinigung Solingen

Adolphe Nysenholc, Pr Dr honoraire, Université libre de Bruxelles

Eduard Adriaens,Conservateur fondateur et honoraire du musée Kazerne Dossin, Malines. Officier de l’Ordre du Roi Leopold II., Mechelen

Inge Krämer, Solingen, Sprecherin der VVN-BdA Solingen

Horst Krämer, Solingen

Jürgen Schuh, VVN-BdA Düsseldorf

Eric van Praag, Bruxelles

Paula Hirsch, Bruxelles

Edgard Gunzig, CABRIERES D’AVIGNON, FRANCE

Charles Riechert, Luxembourg

Jean Papadopoulos, Bruxelles

Daniel Kilimnik, Brussels

Catherine Taylor, Paris

Samy Kijner, Bruxelles

Jocelyne Vouloir, Psychologue, Bruxelles

Larissa Gruszow-Wozek, Bruxelles

Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag

VVN-BdA  Düsseldorf

Heinz Rittermeier, DGB-Regionsvorsitzender a. D., Bochum

Gert Levy, Köln

Dr. Dieter Nelles, Wuppertal