»De tocht van de 3.000« aus Roermond - Gedenkwanderung in Roermond

30. Dezember 2018

11:00 Uhr, ab H. Hartkirche, Monseigneur Driessenstraat 4, Roermond, Niederlande

Treffpunkt für Wuppertal: 09:00 Uhr mit Autos am Schusterplatz/Nordstadt Elberfeld.

Anmeldung unter: info@wuppertaler- widerstand.de

Es ist nur wenig bekannt, dass die Wehrmacht Ende 1944 Zehntausende von Niederländern kidnappte und vorzugsweise über das Durchgangslager am Giebel in Wuppertal-Elberfeld nach Deutschland zur Zwangsarbeit verschleppte. In Roermond hatten Fallschirmjäger vor Weihnachten 1944 zunächst erfolglos die männliche Bevölkerung mit Plakaten aufgerufen, sich für die Zwangsarbeit registrieren zu lassen. Viele versteckten sich daraufhin bei Verwandten oder tauchten unter. Als ein Versteck von 13 „Onderduikers“ an die Deutschen verraten wurde, statuierte die Wehrmacht ein Exempel zu Weihnachten. Ein Standgericht verurteilte die Männer zum Tode und ließ sie an den folgenden Tagen exekutieren. Gleichzeitig wurden unter der Androhung der Todesstrafe alle Roermonder zwischen 16 und 60 Jahren aufgerufen, sich am 30.12.1944 vor der Ortskommandantur zu sammeln. Als »Marsch der 3.000« (»De tocht van de 3.000«) ist die Nacht zum 31.12.1944 in die Erinnerung der Roermonder Bevölkerung eingegangen. Etwa 3.000 Jungen und Männer wurden gezwungen, in dieser Nacht unter Bewachung nach Dülken zu marschieren. Als künftige Zwangsarbeiter mussten sie in der unüberdachten Radrennbahn bei Bodenfrost und Schnee ausharren, bis sie am nächsten Tag mit dem Zug ins Lager am Giebel nach Wuppertal gebracht wurden. Dann gerieten sie in den Vohwinkeler Bombenangriff. Sie wurden direkt am folgenden Tag zu Aufräumarbeiten am Rangierbahnhof eingesetzt und sie erlebten sogleich die Erschießung eines polnischen Zwangsarbeiters, der sich Nahrung aus einem Trümmergrundstück „angeeignet“ hatte. Nach nur wenigen Tagen am Giebel wurden die Roermonder schließlich in andere Städte zur Zwangsarbeit verteilt. Die meisten hatten nur ein Ziel: So schnell wie möglich stiften zu gehen und einen oft gefährlichen Weg zurück in die nahe Heimat zu finden.