Wuppertaler Befreiungstag 2026 - Solidarische Hilfe – auf den Spuren des Wuppertal-Komitees

90 Jahre Wuppertaler Gewerkschaftsprozesse – Gewerkschaftlicher Widerstand und internationale Solidarität.

Solidarische hulp – in de voetsporen van het Wuppertal-comité (Centraal Wuppertal Comité)

90 jaar Wuppertaler vakbondsprocessen – vakbondsverzet en internationale solidariteit.

Den Wuppertaler Befreiungstag 2026 feiern wir dieses Jahr mit einer Exkursion nach Amsterdam und einer Veranstaltung zur Würdigung der Mitglieder des Wuppertal-Komitees.

18. April 2026, 14:30 bis 19:00 Uhr

Verzets-Museum (Resistance-Museum)

Plantage Kerklaan 61

1018 CX Amsterdam

Einlass 14:30 Uhr 

Begrüßung: Prof. Heinz Sünker (Wuppertal)  

Eröffnungsvortrag: Prof. Dr. Marcel van der Linden (Amsterdam), Senior Researcher, langjähriger Forschungsdirektor am Internationalen Institut für Sozialgeschichte (IISG) und Professor für die Geschichte der sozialen Bewegungen an der Universität von Amsterdam.

Musik: Uli Klan 

Videopräsentation zum Wuppertal-Komitee 

Begrüßung der Ehrengäste 

Grußworte der Ehrengäste: 

  • Eva van Santen (Leiden), Tochter von Johanna Boes
  • Sinja Alma (Amsterdam), Tochter von  Lie Alma-Heijnen   
  • Prof. Robert F. Teitel (Washington D.C, USA), Sohn von Manjoe Abraham Teitel 
  • Jan Schrijver (Amsterdam), Enkel von Joachim Schrijver
  • Prof. Dr. A Min Tjoa (Wien), Sohn von Sik Ien Tjoa

Weitere Grußworte von Angehörigen sind angefragt. 

Weitere Grußworte: 

  • Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW  
  • Helge Lindh, Bundestagsabgeordner SPD 
  • Klara Tuschscherer, Tochter der Widerstandskämpfer:innen  Karl und Klara Schabrod; Kinder des Widerstands 

Zum historischen Hintergrund: 

Zu Jahresbeginn 1935 hatte die Gestapo eine beispiellose Verhaftungsoperation gestartet. Von 1935 bis 1937 wurden in Wuppertal. Remscheid, Solingen und Velbert insgesamt mehr als 1.900 Menschen verhaftet und 649 Personen von ihnen in den sog. Wuppertaler Gewerkschaftsprozessen wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Teil zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. 17 Aktivisten verloren ihr Leben während der polizeilichen Voruntersuchung. Die sogenannten „Wuppertaler Gewerkschaftsprozesse“ erlangten eine große internationale Beachtung. Europaweit setzten sich über die Parteiengrenzen hinweg Unterstützer für die 1.900 verhafteten Wuppertaler Arbeiter ein. Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) und auch der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei im Exil (SOPADE) unterstützten die verhafteten Wuppertaler Arbeiter. Herausragend war die Unterstützung der Wuppertaler Widerstandskämpfer:innen durch die weltweite Menschenrechtskampagne des Wuppertal-Komitees. Ein von niederländischen Intellektuellen in Amsterdam gegründetes „Centraal Wuppertal Comité“ (Wuppertal-Komitee) begann Weihnachten 1935 Geld für die Familien der Verhafteten zu sammeln. Auf dem Höhepunkt der Kampagne 1936 entsandten französische Gewerkschaften und holländische Studentenorganisationen Delegationen zu den Prozessen nach Wuppertal. 

Die Hauptaufgabe des „Wuppertal-Komitees“ bestand darin, die internationale Öffentlichkeit über die Massenverhaftungen, die Massenprozesse und den Repressionsapparat des NS-Regimes zu informieren. Hierzu wurden insgesamt neun Bulletins, zahlreiche Pressemitteilungen, Broschüren und mehrere Flugblätter mit den gesammelten Informationen zur Prozess-Serie geschrieben.

Insbesondere die Bulletins wurden in mehrere Sprachen übersetzt und an die Presse, an Parteien und Organisationen in viele europäische Länder, in die USA und nach Lateinamerika verschickt.67 Berichte über die Wuppertaler Prozesse fanden sich unter anderem in der Times, im Daily Herald, im Petit Parisien, im Populaire, im Peuple, in der Basler Nationalzeitung, der spanischen Politica und diversen niederländischen Zeitungen. Aber auch die Presse in der Tschechoslowakei, in Dänemark, Schweden, Norwegen, in den USA und sogar in Argentinien und Brasilien berichtete.
 

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